Hinter den Kulissen einer Mammographie


31/10/2024

Der Rosa Oktober ist ein besonderer Monat für Affidea Schweiz, die sich mit zahlreichen Aktionen für die Brustkrebsprävention engagiert. Affidea Schweiz führt jedes Jahr rund 35.500 Mammographie-Screenings und diagnostische Mammographien durch. Diese hohe Zahl zeigt, wie wichtig die Menschen hinter den Kulissen sind, die diese Untersuchungen durchführen und dabei vor allem das Wohl der Patientinnen im Auge haben.

Anne-Sophie Zenner (ASZ), Medizin-Radiologie-Technikerin am Affidea Zentrum für die Bildgebung bei Frauen in Sitten und Heidi Grimaldy (HG), Medizin-Radiologie-Technikerin am Affidea Zentrum für die Bildgebung bei Frauen, Standort Spital Daler in Freiburg, begleiten ihre Patientinnen täglich bei Mammographie-Untersuchungen. Wie läuft diese Untersuchung ab? Ist eine Mammographie schmerzhaft? Was ist die Aufgabe einer/s Medizin-Radiologie-Technikers/in? Sie beantworten die vielen Fragen rund um diese Untersuchung.

 

Wie läuft eine Mammographie ab?

HG: Bei einer Mammographie entkleidet die Patientin ihren Oberkörper. Der/Die Radiologietechniker/in positioniert eine Brust auf einer Platte, die manchmal etwas kühl sein kann, und drückt sie mit einer oberen Platte sanft zusammen. Diese Kompression, die zwar unangenehm oder leicht schmerzhaft sein kann, ist wichtig, um qualitativ hochwertige Bilder zu erhalten und reduziert gleichzeitig die Belastung durch die Röntgenstrahlen. Bei der Untersuchung werden in der Regel vier Aufnahmen gemacht.

 

Wie lange dauert eine Mammographie?

ASZ: Der gesamte Vorgang dauert insgesamt 10 bis 15 Minuten. Das Zusammendrücken der Brust für jede Aufnahme dauert jedoch nur wenige Sekunden.

 

Warum scheuen Frauen Ihrer Meinung nach immer noch häufig eine Mammographie?

HG: Zunächst einmal befürchten viele Schmerzen, da diese Untersuchung unangenehm und unbehaglich sein kann. Zweitens haben sie Bedenken in Bezug auf die Strahlenbelastung. Zwar werden bei der Mammographie Röntgenstrahlen eingesetzt, sie ist sehr sicher und durch die jüngsten technologischen Fortschritte konnte die Strahlendosis verringert werden, sodass sie mit der Exposition während eines Urlaubs in den Bergen vergleichbar ist. Schliesslich spielt auch die persönliche Erfahrung jeder Frau eine wichtige Rolle. Jede bringt ihre eigene Geschichte und Vorgeschichte mit.

ASZ: Meistens haben sie tatsächlich Angst vor Schmerzen bei der Kompression, entweder weil sie früher eine schlechte Erfahrung gemacht haben oder weil sie aus ihrem Umfeld gehört haben, dass diese Untersuchung unangenehm oder schmerzhaft sei.

 

Welche Fragen stellen Ihnen die Patientinnen am häufigsten?

ASZ: Die Fragen, die am häufigsten aufkommen, beziehen sich auf die potentiellen Schmerzen, auf den Ablauf der Untersuchung bei Frauen mit kleinen Brüsten und auf die Kompression der Brust an sich.

 

 

Was ist Ihre Rolle als MRT und was sind die Schlüssel, um Ihre Patientinnen zu beruhigen?

HG: Unsere Rolle ist entscheidend, um qualitativ hochwertige Bilder zu erhalten. Eine falsche Positionierung oder eine Hautfalte kann die auf den Aufnahmen zu sehenden Informationen beeinträchtigen. Unsere Verantwortung besteht darin, vollständige Aufnahmen zu machen und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass die Untersuchung für die Patientin so angenehm wie möglich verläuft. Wir verfolgen das Befinden der Patientin während der gesamten Untersuchung aufmerksam. Ich persönlich betrachte diese Untersuchung als eine Zusammenarbeit, da die Qualität der Bilder und der Patientenversorgung weitgehend von dieser Zusammenarbeit abhängt.

ASZ: Unsere Aufgabe ist es, die Patientinnen zu beruhigen sowie alle ihre Fragen wohlwollend und respektvoll zu beantworten. Die Schlüssel, um sie zu beruhigen, sind Geduld, Zuhören und sich die nötige Zeit zu nehmen, die jede benötigt.

 

Was sind die neuesten technologischen oder technischen Entwicklungen, die immer genauere Untersuchungen ermöglichen?

HG: Die jüngsten technologischen Fortschritte haben die Genauigkeit von Mammographien erheblich verbessert und dazu beigetragen, dass die Untersuchung weniger unangenehm ist als noch vor 20 Jahren. Eine nennenswerte Innovation ist die Tomosynthese oder 3D-Mammographie, bei der Bilder der Brust aus mehreren Winkeln aufgenommen und so die verschiedenen Tiefen der Brust voneinander getrennt werden können, was die Erkennung von Anomalien, insbesondere bei dichtem Brustgewebe, erleichtert. Ausserdem verbessern empfindlichere digitale Sensoren die Bildqualität und helfen gleichzeitig, die Strahlendosis zu reduzieren. Und zu guter Letzt unterstützt die zunehmende Einbindung von KI-Algorithmen die Radiologen bei der genaueren Interpretation der Bilder.

 

Ist die Mammographie unabhängig von der Brustgrösse der Patientin einfach durchzuführen?

HG: Die Mammographie ist grundsätzlich nicht „einfach“ und erfordert eine hohe technische Präzision. Das Ziel ist die visuelle Darstellung der Brustdrüse, die in Form und Grösse variieren kann und oft mit einer Weintraube verglichen wird. Jeder „Kern“ in dieser Traube muss deutlich sichtbar sein, was eine Kompression erfordert, um das Gewebe gut zu verteilen. Allerdings kann sich die Drüse manchmal in der Nähe der Rippen oder an den Rändern befinden, was ein feinfühliges Vorgehen erfordert, um ein vollständiges Bild zu erhalten. Was die Grösse der Brüste betrifft, so ist dies nicht unbedingt die grösste Herausforderung. Manchmal kann eine kleinere Brust leichter zu positionieren sein als eine grössere.

 

Kann eine Patientin mit Brustimplantaten eine Mammographie durchführen lassen? Gibt es Besonderheiten für Trägerinnen von Brustprothesen?

ASZ: Ja, alle Patientinnen mit Prothesen können eine Mammographie durchführen lassen. Bei diesen Patientinnen sind wir noch feinfühliger. Bei Frauen mit Brustprothesen wenden wir eine andere Methode zur Durchführung der Mammographie an, um die Prothesen nicht zu beschädigen.