ROSA OKTOBER
Früh erkennen für bessere Heilungschancen
Zunahme der Brustkrebsfälle bei Frauen unter 40 Jahren
Früh erkennen für bessere Heilungschancen
Anlässlich des Rosa Oktobers macht Affidea Schweiz auf einen besorgniserregenden, aber dennoch hoffnungsgebenden Trend aufmerksam: die Zunahme von Brustkrebs bei Frauen unter 40 Jahren. Obwohl diese Entwicklung Anlass zur Sorge gibt, gibt es auch eine gute Nachricht: Die Heilungschancen sind sehr gut, wenn die Krankheit frühzeitig erkannt wird.
Steigende Tendenz bei jungen Frauen
Seit einigen Jahren beobachten Mediziner in der Schweiz und in anderen Ländern einen deutlichen Anstieg der Brustkrebsdiagnosen bei jungen Frauen unter 40 Jahren. „Die Botschaft, die wir vermitteln wollen, ist einfach: Nur weil man unter 40 ist, heisst das nicht, dass man nicht betroffen sein kann. Und vor allem gilt zu bedenken, dass ein frühzeitig erkannter Brustkrebs sehr gut behandelbar ist. “, erklärt Dr. med. Nicolas Guignard, medizinischer Direktor am Affidea Zentrum für Bildgebung bei Frauen in Sitten.
Auch wenn es sich nicht um eine explosionsartige Zunahme handelt, ist der Anstieg dennoch signifikant. Mehrere Faktoren könnten die Ursache sein: Veränderungen des Lebensstils, eine frühere Pubertät, eine längere Hormonbelastung oder Umweltfaktoren. Zudem führen leistungsfähigere Techniken zu einer besseren Erkennung, was zu einer höheren Zahl an festgestellten Krebserkrankungen führt, auch bei Jüngeren.
Schwierigere Sensibilisierung und Anpassung der Vorsorge
Aktuell richtet sich das organisierte Screening-Programm in der Schweiz an Frauen zwischen 50 und 74 Jahren. Ausserhalb dieser Altersgruppe basiert die Vorsorge auf einer individuellen Beurteilung. „Bei jungen Frauen erfolgt das Screening oft aufgrund von Symptomen oder einer familiären Vorgeschichte. Neuere Studien zeigen jedoch, dass ein jährliches Screening ab 40 Jahren die Sterblichkeit in dieser Altersgruppe um bis zu 44 % senken könnte“, erläutert Dr. med. Anna Evdokimova, Spezialistin für Brustradiologie am Affidea Zentrum für Bildgebung bei Frauen in Sitten.
Junge Frauen haben in der Regel eine höhere Brustdichte, was die Interpretation einer standardmässigen Mammographie erschwert. Daher ist es wichtig, die Untersuchung durch eine Ultraschalluntersuchung zu ergänzen, die in diesen Fällen eine bessere Darstellung bietet.
Wichtige Zahlen im Überblick:
· +50 % mehr Fälle bei Frauen unter 40 in den letzten Jahren.
· 22 % der Brustkrebserkrankungen treten vor dem 50. Lebensjahr auf, also ausserhalb des organisierten Screenings.
· 2 bis 5 % der Fälle betreffen Frauen unter 40 Jahren.
· In den Industrieländern ist Brustkrebs mittlerweile die häufigste krebsbedingte Todesursache bei Frauen im Alter von 15 bis 39 Jahren.
· 1 von 5 Brustkrebsfällen bei Frauen unter 30 steht im Zusammenhang mit einer Schwangerschaft.
· 20 % der Fälle treten nach dem 74. Lebensjahr auf, also ausserhalb der systematischen Vorsorgeuntersuchungen.
Welche Anzeichen sollten junge Frauen alarmieren?
Es ist unerlässlich, bei jedem Verdacht oder ungewöhnlichem Symptom einen Arzt aufzusuchen, auch wenn keine familiäre Vorgeschichte besteht. Bestimmte Anzeichen, die oft verharmlost werden, können auf eine Anomalie hinweisen. Dazu gehören eine Verhärtung, auch wenn sie nur leicht ist, eine Veränderung der Beschaffenheit von Haut oder Brust oder ein Zurückziehen der Brustwarze. Auch eine lokale Rötung, eine plötzliche Vergrösserung einer Brust oder ein lokalisierter, nicht zyklischer Schmerz sollten Aufmerksamkeit wecken. Ebenso ist jeglicher Ausfluss aus der Brustwarze, insbesondere wenn er blutig ist, Anlass für einen Arztbesuch. „Brustkrebs betrifft nicht nur ältere Frauen. Man sollte sich nicht scheuen, auch in jungen Jahren zum Arzt zu gehen. Je früher ein Krebs erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Bei einem Tumor, der kleiner als 2 cm ist, besteht zum Beispiel eine 5-Jahres-Überlebensrate von fast 100 % “, betont Dr. med. Nicolas Guignard.
Künstliche Intelligenz: eine vielversprechende Ergänzung
Im Kontext der technologischen Entwicklung ergänzen Werkzeuge der künstlichen Intelligenz (KI) die traditionellen klinischen Untersuchungen. Auch wenn KI-basierte Werkzeuge die menschliche Expertise bei der Erkennung noch nicht ersetzen können, stellen sie eine vielversprechende Chance für die Zukunft dar. „Heute ist die KI in bestimmten Bereichen noch im Rückstand, aber sie kann in speziellen Fällen nützlich sein – wie bei Patientinnen mit geringer Brustdichte oder zur Erkennung von Mikroverkalkungen “, erklärt Dr. med. Jacques Moreau, Facharzt für Radiologie im Affidea Zentrum für Bildgebung bei Frauen in Sitten. Zukünftig könnten diese Technologien eine Personalisierung der Nachsorge und des Screenings je nach individuellem Risiko ermöglichen.
Eine wichtige Botschaft, die es zu vermitteln gilt
Für Affidea Schweiz ist der Rosa Oktober viel mehr als nur ein Symbol: Er ist eine Gelegenheit, junge Frauen anders anzusprechen. „Wir müssen dorthin gehen, wo sie sind: an Universitäten, in Unternehmen, in den sozialen Netzwerken. Es geht nicht darum, zu beunruhigen, sondern zu informieren. Lieber eine beruhigende Konsultation als eine späte Diagnose. Brustkrebs bei jungen Frauen, wenn er frühzeitig erkannt wird, ist kein unabwendbares Schicksal“, schliesst Dr. med. Nicolas Guignard.
Dr. med. Anna Evdokimova fügt hinzu: „Es ist wichtig zu betonen, dass Brustkrebs, wenn er in einem frühen Stadium behandelt wird, im Allgemeinen eine gute Prognose hat. Die Heilungschancen in einem frühen Stadium sind sehr gut. Zögern Sie nicht, bei dem geringsten Zweifel Ihren Arzt aufzusuchen oder unser Team zu kontaktieren. Eine beruhigende Einschätzung ist immer besser als eine verzögerte Diagnose.“
Gemeinsam können Patientinnen, Ärzte und Institutionen eine Rolle dabei spielen, Brustkrebs zurückzudrängen. Der Schlüssel: frühzeitig zum Arzt gehen, auch vor dem 40. Lebensjahr.
Alles über das Screening: Tag der offenen Tür in Freiburg und Sitten
Auch in diesem Jahr organisiert Affidea Schweiz im Rahmen der Präventionskampagne zum Rosa Oktober zwei Abende der offenen Tür in den Affidea Zentren in Freiburg und Sitten zum Thema „Brust und Gesundheit – von der Präventionsmassnahme bis zur medizinischen Diagnose: Die Bedeutung der Vorsorge. “ Die Teilnehmerinnen haben die Gelegenheit, sich mit den medizinischen Teams über alle Schritte der Brustkrebsvorsorge auszutauschen, von der Selbstabtastung über die Mammographie und die Ultraschalluntersuchung bis hin zur Analyse der medizinischen Aufnahmen.
Freiburg: Affidea Zentrum für Bildgebung bei Frauen Affidea – Spital Daler
Datum: Mittwoch, 8. Oktober 2025 von 18 Uhr bis 20 Uhr
Anmeldung: daler@affidea.ch
Wallis: Zentrum für Bildgebung bei Frauen Affidea – Sitten
Datum: Donnerstag, 9. Oktober 2025 von 18 Uhr bis 20 Uhr
Anmeldung: sion@affidea.ch
