Movember: Monat der Prostatakrebs-Prävention
Jedes Jahr gibt es in der Schweiz etwa 7.400 neue Fälle von Prostatakrebs. Mit fast 30 % der Diagnosen ist dies die häufigste Krebsart bei Männern. Nahezu alle Patienten sind zum Zeitpunkt der Diagnose 50 Jahre alt oder älter und nahezu die Hälfte ist 70 Jahre alt oder älter.
Der Monat November ist der Aufklärung über und Prävention von Prostatakrebs gewidmet. Nicolas Platon, Radiologe bei Affidea Schweiz und spezialisiert auf die radiologische Bildgebung in der Urologie und die Bildgebung des Herzens, erläutert wichtige Informationen über die Aufgabe der Prostata, die Risikofaktoren für Krebs und die Bedeutung von Vorsorgeuntersuchungen.
Was ist die Prostata und welche Aufgabe hat sie?
Die Prostata ist eine Drüse des männlichen Fortpflanzungssystems und befindet sich unterhalb der Blase (hier blau). Der Kanal, über den der Urin von der Blase nach aussen geleitet wird (Harnröhre), verläuft durch die Mitte der Prostata (in Rot). Die Prostata produziert das Prostatasekret, das ein Bestandteil des Spermas ist.

Was sind die häufigsten Pathologien?
Ein Adenom oder eine gutartige Vergrösserung bedeutet, dass sich die Prostata mit gutartigen Zellen vergrössert, hauptsächlich in der Mitte der Prostata um die Harnröhre herum. Bei Prostatakrebs vergrössert sich die Prostata jedoch mit bösartigen Zellen und hauptsächlich in der peripheren Zone der Prostata, entfernt von der Harnröhre.
Was sind die Symptome von Prostataadenom und Prostatakrebs?
Da sich bei der Hypertrophie oder dem Adenom die Prostata rund um die Harnröhre vergrössert, kommt es sehr oft zu Harnwegssymptomen wie ein häufiger Harndrang, vor allem nachts, oder ein schwacher Harnstrahl. Entgegen der weitverbreiteten Annahme sind die Harnwegssymptome in den allermeisten Fällen nicht auf einen etwaigen Prostatakrebs zurückzuführen, sondern vielmehr auf eine Prostatavergrösserung. Der Prostatakrebs hingegen vergrössert sich im Randbereich. In einem frühen Stadium des Krebses sind also keine spezifischen Anzeichen bemerkbar, weshalb Vorsorgeuntersuchungen so wichtig sind.
Kann man der Entstehung dieses Krebses vorbeugen?
Nein, bis heute ist nicht bekannt, wie Prostatakrebs wirksam vorgebeugt werden kann.
Was sind die Risikofaktoren?
Das Alter ist der Hauptrisikofaktor, gefolgt von der Familiengeschichte und der ethnischen Herkunft. Um einige Beispiele aus der ganzen Welt zu nennen: Von 100.000 Fällen gibt es 28 Fälle in China, 61 in Finnland, 99,4 in Frankreich, 173 bei den weissen Amerikanern, 275 bei den Afro-Amerikanern und 304 in Jamaika (Quellen: Prostate Cancer Risk Factors | Risk Factors for Prostate Cancer | American Cancer Society). Laut der Krebsliga hat auch der Lebensstil einen Einfluss auf die Entstehung von Krebs, wie z. B. Tabak- und Alkoholkonsum, Ernährung und Bewegung. Ein gesunder Lebensstil senkt das Risiko, an bestimmten Krebsarten zu erkranken.
Wie kann man Prostatakrebs frühzeitig erkennen?
Die heutige Früherkennung beruht auf einer rektalen Untersuchung, da der Prostatakrebs in den meisten Fällen im Randbereich wächst, sowie auf der Bestimmung des prostataspezifischen Antigens (PSA) durch eine einfache Blutentnahme.

Wenn eine der Untersuchungen positiv ausfällt, wird sie durch eine MRT der Prostata ergänzt, die heute aufgrund ihrer hohen Zuverlässigkeit im Mittelpunkt der Diagnose steht. Ziel ist es, nach krebsverdächtigen Zielen zu suchen, damit der Urologe Biopsien durchführen kann, da dies die einzige Möglichkeit ist, die Diagnose zu bestätigen.
Welche Männer betrifft die Vorsorgeuntersuchung?
Die American Cancer Society empfiehlt für alle Männer ab 50 Jahren eine jährliche Prostatakrebs-Vorsorgeuntersuchung. Bestimmte Umstände und Risikofaktoren können jedoch eine frühere Vorsorgeuntersuchung begründen, z. B. wenn in der Familie Prostatakrebserkrankungen aufgetreten sind.
Ist ein erhöhter PSA-Wert möglich ohne dass eine Prostatakrebserkrankung vorliegt?
Ja, bei Harnwegsinfektionen, die die Prostata betreffen, bei gutartiger Prostatavergrösserung, nach einer Prostatauntersuchung wie Ultraschall, Biopsie oder rektale Untersuchung. Umgekehrt kann die Einnahme von Medikamenten zur Verringerung der Harnwegssymptome einer gutartigen Prostatavergrösserung den PSA-Wert fälschlich senken.
Wie wird Prostatakrebs behandelt?
Es gibt viele Behandlungsmöglichkeiten sowohl für lokal begrenzten als auch für metastasierten Prostatakrebs. Beispielsweise erfolgt bei nicht aggressiven Krebserkrankungen eine sogenannte „aktive“ Überwachung. Weitere Behandlungsmethoden können eine komplette Prostatektomie, d. h. die Entfernung der Prostata, Strahlentherapie und Brachytherapie, antihormonelle Therapie, Chemotherapie, hochintensiver fokussierter Ultraschall (HIFU) oder auch Kryotherapie sein.
