MOVEMBER - Prostatakrebs: Die Früherkennung tritt in ein neues Zeitalter ein
Im Movember, dem Monat, der der Männergesundheit gewidmet ist, erinnert Affidea Schweiz daran, dass Prostatakrebs – die häufigste Krebserkrankung bei Männern in der Schweiz – nicht länger ein unabwendbares Schicksal ist. Dank moderner Bildgebung, gezielter Therapien und eines personalisierten Ansatzes liegt der Fokus nicht mehr auf einer intensiveren, sondern auf einer verbesserten Früherkennung. Nicolas Platon, Radiologe bei Affidea Schweiz, informiert über die jüngsten Fortschritte und die Bedeutung qualitativ hochwertiger Informationen.
In der Schweiz ist Prostatakrebs mit durchschnittlich 7’827 Neuerkrankungen und 1’356 Todesfällen pro Jahr nach wie vor die häufigste Krebserkrankung bei Männern. Trotz dieser hohen Zahlen zeigt sich eine positive Entwicklung: Die Lebenserwartung steigt, Krankheiten werden früher erkannt und die Behandlungsmöglichkeiten verbessern sich kontinuierlich.
Eine neue Art der Früherkennung
Über Jahre hinweg galt die Bestimmung des Prostata-spezifischen Antigens (PSA) im Blut als Referenztest für die Früherkennung von Prostatakrebs. Da diese Methode jedoch zu empfindlich und nicht spezifisch genug war, führte sie zu zahlreichen falsch-positiven Ergebnissen und teils unnötigen Biopsien. Mittlerweile hat sich die Praxis gewandelt: Vor jeder Biopsie wird eine MRT der Prostata angeboten. Dieser Ansatz ermöglicht es, mehr klinisch signifikante Karzinome zu erkennen und gleichzeitig unnötige invasive Eingriffe zu vermeiden.
„Unser Ziel ist nicht mehr nur die Früherkennungsuntersuchung, sondern eine verbesserte Früherkennung. Ein erhöhter PSA-Wert ist nicht länger ein Urteil, sondern ein Warnsignal, das es mithilfe der MRT und einer aufgeklärten Diskussion zwischen Patient und Arzt sorgfältig interpretieren werden sollte“, erläutert Nicolas Platon, Radiologe bei Affidea Schweiz.
Die Kombination von PSA und MRT hat die Früherkennung entscheidend verändert. Ist die MRT unauffällig, sind oft keine weiteren Untersuchungen erforderlich. Zeigt sie jedoch eine verdächtige Läsion, wird die Biopsie gezielt und mit bisher unerreichter Präzision durchgeführt. Die Technik der transperinealen Biopsie, die mittlerweile den rektalen Zugang ersetzt, reduziert das Infektionsrisiko erheblich und verbessert die Qualität der Proben.
Bedeutende technologische Fortschritte
Die Fortschritte in der Bildgebung haben die Behandlung von Prostatakrebs revolutioniert. Die PSMA-PET/CT, eine Technologie der neuen Generation, ermöglicht die Visualisierung kleinster Krebszellen und die Erkennung bislang unsichtbarer Metastasen. Diese erhöhte Präzision verändert die Behandlungsstrategie und verbessert die Erfolgsaussichten.
Im Bereich der Behandlungen markieren zwei wichtige Innovationen einen Wendepunkt. Der seit 2023 in der Schweiz zugelassene PSMA-Radioligand (Pluvicto®) zielt direkt auf die Krebszellen ab und zerstört sie von innen heraus, wodurch die Nebenwirkungen auf gesundes Gewebe minimiert werden. Parallel dazu eröffnen Präzisionstherapien neue Möglichkeiten: Dank der Kombination Akeega® (Niraparib + Abirateron) können Karzinome, die Träger einer BRCA1- oder BRCA2-Genmutation sind, individuell entsprechend dem molekularen Profil jedes Tumors behandelt werden.
Movember: Ein Monat zum Informieren und Handeln
Der Monat November, symbolisiert durch den Schnurrbart, ist mehr als nur eine Sensibilisierungskampagne: Es ist eine Einladung, ohne Tabus über Männergesundheit zu sprechen. Männer ab 50 Jahren oder bereits ab 45 Jahren bei familiärer Vorbelastung oder Risikofaktoren sollten das Thema Früherkennung mit ihrem Arzt besprechen und fundierte Entscheidungen treffen.
Zur Prävention gehören auch einfache Massnahmen: Ein gesundes Gewicht halten, regelmässige körperliche Aktivität, Verzicht auf Rauchen und moderaten Alkoholkonsum. Nicolas Platon betont: „Was das Herz schützt, schützt auch die Prostata.“
Aussagekräftige Zahlen
In der Schweiz sind jährlich fast 8‘000 Männer von Prostatakrebs betroffen. Das Durchschnittsalter bei der Diagnose beträgt 70 Jahre, beim Tod 83 Jahre. Vor dem 70. Lebensjahr liegt das Risiko einer positiven Diagnose bei 7,5 %. Diese Zahlen verdeutlichen, wie wichtig klare Informationen und eine auf jeden Patienten individuell abgestimmte Präzisionsmedizin sind.
„Movember ist nicht nur ein Schnurrbart-Monat. Es ist ein Moment, um die Aufmerksamkeit auf die Männergesundheit zu lenken und die Prävention wieder in den Mittelpunkt der Diskussionen zu stellen. Heute entscheidet der PSA-Wert nicht mehr über Ihr Schicksal: Die MRT verfeinert, die Biologie orientiert und die Behandlungen werden an Ihr Profil angepasst. Das ist die Essenz einer modernen Früherkennung“, schliesst Nicolas Platon.
